Taifun 17II
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Taifuntreffen in ASCHAFFENBURG (EDFC) am 23. August 2014

von Arne-Krister Turlach

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Ein Familientreffen
Langsam wird es zur Gewissheit – Petrus scheint kein Valentin Taifun Enthusiast zu sein! Nach einem wettermäßig durchwachsenen Treffen 2013 am Flugplatz Aschaffenburg-Großostheim (EDFC) sahen die Vorhersagen für dieses Jahr erheblich günstiger aus; leider nur bis kurz vor dem 23. August 2014! Aufgrund der Wetterlage wurde das diesjährige Zusammenfinden zu einer heimeligen Familienveranstaltung.
Vier Taifunbesatzungen fanden jedoch trotz des schlechten Wetters über den Luftweg nach Aschaffenburg, eskortiert von zwei Luftsportgeräten sowie umrahmt von mehreren auf dem Landweg angereisten Kraftfahrzeugen. Aufgrund der Wetterprognosen wurde das diesjährige Treffen kurzfristig auf einen Tag begrenzt und auch das Rahmenprogramm angepasst. Nach einem ausgiebigen Brunch mit angeregten Tischgesprächen im Flughafenrestaurant „Am Flugplatz” berichtete Hans Wenzel im Anschluss eindrucksvoll über seinen Transatlantikflug mit einer Valentin Taifun 17 E mit Limbach L 2400 EB von Aschaffenburg nach Detroit in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Ausgangslage dieser ungewöhnlichen Flugzeugüberführung war der Verkauf der D-KOWO in die USA. Natürlich hätte man das Flugzeug, so wie es zu Zeiten von Valentin Flugzeugbau vielfach bei Exporten nach Übersee praktiziert wurde, in einem Seecontainer verpackt auf dem Seeweg versenden können. Eine Versendung der Taifun 17 E erschien den Protagonisten aber als nicht standesgemäß. Da Hans Wenzel schon über eine große Erfahrung als Ferryflieger verfügte, wurde die Idee geboren, den Atlantik von Ost nach West im Fluge zu bezwingen, so wie es einer Valentin Taifun eigentlich auch zusteht – ihr Einsatzgebiet ist nun einmal das Luftmeer! Nach einer gründlichen technischen Überprüfung des Flugzeuges durch den Musterbetreuer - die Firma Korff Luftfahrt GmbH in Mainbullau (www.korff-luftfahrt.de) – stand dem Vorhaben nichts mehr im Wege.
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Ein besonderer Vortrag
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Der Vortrag beginnt
Ende Mai startete eine motivierte und gut ausgerüstete Taifunbesatzung früh morgens bei besten Überführungswetterbedingungen am Flugplatz Aschaffenburg – Großostheim in Richtung Schottland. Da das Wetter vielversprechend war, ging es nach einem kurzen Tankstop weiter in Richtung Island. Schon auf diesen Teilabschnitten konnte die Valentin Taifun mit ihrer an sich sehr guten Performance überzeugen. Grundsätzlich stellte die serienmäßig vorhandenen neunzig Liter Betriebsstoffvorrat und somit runden 1150 km Reichweite, eine Reisegeschwindigkeit von 200 km/h und vor allem das großzügige Platzangebot für Piloten, Reisegepäck sowie Rettungsgerät eine gute Grundlage für ein derartiges gewagtes Vorhaben dar. Die Nutzung eines Zusatztanks war aber, wie eine umfangreiche zusätzliche Sicherheitsausrüstung unausweichlich. Hans Wenzel betonte in seinem Vortrag, daß gerade die Vorbereitung eines derartigen Vorhabens einen entscheidenden Punkt einnimmt. Wer hier nicht sauber plant, erleidet schnell Schiffbruch. Besonders die sicherheitstechnischen Aspekte, wie Kraftstoffversorgung, lange Flüge über Meer, Navigationsunterstützung oder besondere Flugzeugvorbereitung waren für viele Zuhörer sicher Neuland. Dazu kommen noch die landesspezifischen administrativen Gegebenheiten, welche beachtet werden müssen. Der zweite Teilabschnitt führte die beiden für diesen Flug in lebensverlängernde aber unbequeme Schutzbekleidung gehüllten Piloten mit ihrer Taifun dann von Island über Grönland nach Nordkanada. Aufgrund eines sehr starken Rückenwindes von zehn bis fünfzehn Knoten konnte man die ursprüngliche Streckenplanung optimieren und somit Zeit einsparen. Begeistert war Hans Wenzel dabei auch von seinem Triebwerk der D-KOWO. Der Limbach L 2400 EB, ein 87 PS starker Vergasermotor, schnurrte auf der ganzen Reise wie ein Uhrwerk. Gerade bei den Flügen über das nordische Eismeer war dieses Geräusch äußert beruhigend, da es Sicherheit vermittelte. Der geringe Verbrauch von rund fünfzehn Litern pro Stunde verlängerte zudem noch die Reichweite. Auf dem dritten Teilabschnitt ging es von Nordkanada in die Vereinigten Staaten von Amerika. Bei der Einreise in die USA waren die Zollbeamten wohl ein wenig über die Tatsache verdutzt und begeistert zugleich, daß man den Atlantik mit einem Motorsegler bezwingen konnte. Nach der Frage „You came across the Atlantic in a glider?” wurden die Formalitäten schnell sowie unkompliziert abgewickelt und die Reise konnte ungehindert weiter geführt werden. Nach nur vier Tagen konnte dann der Motorsegler in den USA seinem neuen glücklichen Besitzer übergeben werden; auch die Zuhörer des Taifuntreffen waren nach dem sehr lebendigen und interessanten Vortrag von Hans Wenzel begeistert und anschließend gab es noch viele Fachgespräche hierzu. Kurzum, nochmals vielen Dank an Hans!
Im Anschluss konnte dann noch im kleinen Kreis mit der Musterbetreuerin Cornelia Korff gefachsimpelt werden. Neben der Klärung der allgemeinen Fragen bezüglich Wartung und Betrieb der Taifunflotte waren aber auch die bei einigen Valentinen anstehende 3000 Stundenkontrolle oder der durch die Firma Korff Luftfahrt neu zugelassene größere und leistungsstärkere Mühlbauerpropeller MTV-1-A / 165-06 in Verbindung mit dem Limbach L 2400 Flugmotor ein Thema. Trotz des familiären Umfanges war das diesjährige Treffen eine kurzweilige und gesellige Veranstaltung. Das nächste Treffen wird 2015 vermutlich jedoch etwas früher im Jahr – geplant ist dies für Mai beziehungsweise Juni - stattfinden. Dann wird man sich wieder für ein ganzes Wochenende treffen. Zudem wird ein Haupttermin und ein Ausweichtermin bei schlechtem Wetter festgelegt. Der Austragungsort steht noch nicht eindeutig fest, aber zur Zeit finden sich der Flugplatz Bad Neuenahr-Ahrweiler (EDRA) oder der Wohlfühlflughafen Kassel-Calden (EDVK) zur Disposition. Genaueres zu gegebener Zeit in einer der nächsten Luftsport Ausgaben und unter der Homepage der Korff Luftfahrt GmbH!
Abschließend bleibt zu hoffen, dass Petrus bis zum nächsten Treffen seine Meinung bezüglich der Taifunfamilie überdenken wird und für gutes Wetter sorgt!
Bis dahin alles Gute!

Text: Arne-Krister Turlach, Göttingen
Photos: Urte Turlach, Göttingen