Taifun 17II
      Besucher Statistik:  Online 1 » Heute 13 »  Gestern 26 »  Woche 13 »  Monat 1081  » Jahr 9511 »  Gesamt 29105 /   Rekord: 210 (26.11.2015)   /  Kostenloser PHP Counter


28 Taifuns über Hassfurt - Und das bei bestem Wetter

Von Niklaus Wächter - D-KRRK

Bildershow vom Taifuntreffen

Das diesjährige Taifun-Treffen im deutschen Hassfurt war ein großer Erfolg:
Insgesamt 28 Taifuns flogen die Stätte ihrer Entstehung an. Vertreter des einstigen Herstellerbetriebes und Lokalpolitiker zeigten sich tief berührt vom Grossansturm der unvergessenen Taifuns.

bild
bild
Impressionen während des Rückfluges von Burg Feuerstein

Endlos zieht sich der Steigerwald südlich von Hassfurt hin. Aber wenigstens wird die Sicht an diesem Freitagabend nach dem mehr als zweistündigen Flug aus der Zentralschweiz zunehmend besser. Der blaue Himmel gewinnt langsam die Überhand. "Die D-KRRK zur Landung in Hassfurt. Haben Sie denn noch freie Abstellplätze? Frage ich zehn Kilometer vom Flugplatz entfernt vorsichtig an. "Wenn Sie eine Taifun fliegen, dann haben wir für Sie IMMER Platz", lautet die freundliche Antwort aus dem Tower. Und später vor der Landung kurz nach 19 Uhr: "Willkommen in Hassfurt. Sie sind die Nr. 15!".
bild
bild
Die Wiege, immer noch da - der Hangar wo 136 Taifun-Motorsegler
vom Band liefen
Bild: Google Earth

bild
bild
Die D-KFDI

Am Freitagabend fanden die Taifuns noch alle Platz auf dem Grasstreifen längs des Rollweges. Das änderte sich am nächsten Morgen, als noch Nachzügler einschwebten, die am Vortag entweder wegen schlechter Sicht ihren Anflug auf Hassfort abgebrochen hatten, oder wegen Unabkömmlichkeit verspätet waren. Insgesamt landeten 28 Taifuns auf dem kleinen Flugplatz Hassfurt und sorgten zeitweilig für ein kleines Chaos auf den Abstellflächen. Und nicht nur dort. Aber die ortsansässigen Flieger und der Mann im Turm behielten die Nerven und bewahrten Freundlichkeit. "Bitte achten Sie auf unausgeschlafene Taifun-Piloten", zählte zu den spitzeren Kommentaren aus dem Tower. Und selbst die waren von einer hörbaren Sympathie gegenüber den taifunpilotierenden Besuchern gezeichnet, die aus allen Regionen Deutschlands, Holland, Belgien, der Schweiz und sogar aus Schweden zum Taifuntreffen an historischer Stätte angeflogen kamen.
bild
bild
In Reih und Glied - 28 Taifuns

bild
bild
in geselliger Runde

Heißer Sonntag auf Burg Feuerstein
Erfahrungsaustausch war das vorherrschende Element unter den Taifun-Piloten und ihren Partnern. Bis spät in die Nächte waren die Restaurantterrasse und der Platz um das Lagerfeuer belegt von angeregt plaudernden Luftfahrern. Und die Frauen fachsimpelten wacker mit. Keine Spur von Damenprogramm - und natürlich wurden auch die Maschinen und Cockpits der anderen Mitglieder der großen Taifun-Familie ausgiebig gemustert und inspiziert. Viele Taifun-Besitzer sind mit neuen Ideen und Tipps für eine weitere Verschönerung ihrer Taifun nach Hause geflogen.
bild
bild
Technischer Bericht von Rainer Korff

Dankbar angenommen wurden auch die Fachvorträge von Thomas Fischer, dem ersten Konstrukteur der Taifun und dem langjährigen Produktionsleiter der Valentin Flugzeugbau GmbH., Ernst Friedrich. Mit Wehmut erinnert sich der damalige Bürgermeister und heute noch amtierende Landrat Rudolf Handwerker an die aufregenden Zeiten, in denen der beste Motorsegler aller Zeiten in Hassfurt produziert wurde. Von zweitweise über 50 Mitarbeitern. Peter Limbach vermittelte Ein- und Ansichten rund um die Limbach-Motoren, bzw. zum Thema Motorkühlung und die mit einem Wohnmobil und angehängtem Musterflugzeug (statt umgekehrt!) angereiste Cornelia Korff referierte über technische Taifun-Details, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Vielbeachtet war auch das von Rainer Korff präsentierte Taifuncockpit der Zukunft: Es hat mehr Displays als Zeiger drin, aber wenigstens noch die alten Schalter…
bild
bild
Interessante Zuschauer beim Bericht von Cornelia Korff

Erlebnisreich auch der Ausflug nach Burg Feuerstein in kleinen Staffeln. Das Taifun-Geschwader bescherte dem von den örtlichen Weekend-Piloten ohnehin schon arg strapazierten Türmer einen echt heißen Sonntag. Er verschaffte sich Kühlung, in dem er schließlich mit seiner Handfunke neben die Piste stand, wie ein General im Kampfgetümmel Anweisungen und Befehle erteilte und sich vom Propellerwind der startenden Taifuns anblasen, aber nie wegblasen ließ.
Wenngleich auch das Programm des Taifun-Treffens ständig revidiert und dennoch nicht eingehalten wurde – Flieger sind von der Art her nun mal flexibel – kamen alle Besucher auf ihre Kosten. Außer jenen vielleicht, die insgeheim noch einen Ausflug in den Ort Hassfurt geplant hatten. Denn dazu fehlte vor lauter Fachsimplereien schlicht die Zeit. Die Presse war an beiden Tagen vor Ort, ebenso wie die Vertreter der einstigen Valentin-Flugzeugbau GmbH. Sie fühlten sich offensichtlich im Taifun-Geschwader ebenso wohl, wie die fliegenden Akteure.
Auch Petrus muss wohl eine Taifun fliegen. Anders ist der unglaubliche Zufall nicht zu erklären, dass das Treffen an einem der ganz seltenen fliegbaren Wochenenden bisher in diesem Jahr stattgefunden hat.
Gegen Sonntagmittag erfolgte dann die Verleihung von diversen Anerkennungspreisen.
  • Hans Haas aus Kassel (D) wurde als Halter der schönsten Maschine geehrt.
  • Henk Dumont aus Susteren (NL) als unermüdlicher "Leit-Hengst" der Taifun-Familie
Im Anschluss an die Preisverleihung gab es noch ein Gruppenbild mit der preisgekrönten Taifun von Hans Haas und allen angereisten Crews. Kaum waren die Aufnahmen gemacht, ergriff auch schon eine unbändige Aufbruchstimmung die Taifun-Familie. Im Minutentakt hoben die ersten Taifuns von der Runway 11 ab und nahmen Kurs auf ihre Heimatplätze, während sich der Himmel langsam mit Cirruswolken überzog. Kein Wunder – schließlich war das wohl erfolgreichste Taifun-Treffen zu Ende.
bild
bild
28 Taifunpiloten aus Deutschland und dem europäischen Ausland trafen sich
am Wochenende in Haßfurt, wo der Motorsegler geboren wurde.
Bild: Ulrike Langer