Taifun 17II
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Ein Transportanhänger für die Valentin Taifun 17 E II

von Arne-Krister Turlach

Bildershow vom Hängerbau

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Die Valentin Taifun 17 E - Dreiseitenansicht
Das Konzept der Valentin Taifun 17 E basierte von Anfang an darauf, dass nicht nur ein Motorseglerelaborat geschaffen werden sollte, sondern dazu auch ein Luftfahrzeug, welches platzsparend hangariert werden kann. Hierzu hatten sich Bernd Valentin und seine Konstrukteure viel Gedanken gemacht. Wie schon bei der Messerschmidt 108 „Taifun” wurde die Variante einer Flügelbrücke, bei der die Tragflächen abgeklappt bzw. abgebaut werden können, gewählt. Aber Bilder sagen mehr als Worte:
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Die Valentin Taifun 17 E - abgerüstet
Der Platzbedarf der Valentin Taifun 17 E mit ihren Teleskopverbindungsstangen am Rumpf zu den Flächen benötigt nur cirka 4,00 m mal 9,60 m, wobei die ab 1987 gebaute Valentin Taifun 17 E II, bei der die Flächen im abgerüsteten Zustand keine Verbindung zum Rumpf besitzen, beträgt dieser lediglich 3,50 m mal 8,50 m.
Das Auf- und Abrüsten geht bei beiden Taifuntypen unkompliziert und mit einem Zeitansatz um die 15 Minuten recht schnell, vom Arbeitsaufwand ist diese Arbeit fast schon als „kinderleicht” zu bezeichnen.
Somit ist das platzsparende abgerüstete Abstellen eine gute Alternative zum platzraubenden Abstellen im aufgebauten Zustand, da die 17 m Spannweite schon als recht raumfüllend anzusehen sind.
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Eine Valentine muß sich mit ihrer Spannweite nicht verstecken!
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Der Transportanhänger oder besser, die Würstchenbude?!
Bei den Segelfliegern wird das Problem der Hangarierung großer Spannweiten erheblich einfacher gelöst. Da hier Tragwerke von teilweise über 25m keine Ausnahme sind, werden die Segelflugzeuge oftmals abgerüstet in einem Transportanhänger gelagert, ein teurer Hallenplatz ist nicht unbedingt von Nöten. Es stellt sich nunmehr die Frage, warum man dies nicht auch mit der Valentin Taifun machen könnte. Als wir unsere Valentine vor einigen Jahren gekauft haben, wurde uns ein derartiger Transportanhänger zu unserer Freude gleich mitverkauft.
Es gibt ihn wirklich, den Valentin Taifun Transportanhänger – auch ein Elaborat deutscher Ingenieurskunst!
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Eine Valentine zieht in ihre Behausung ein!
Natürlich ist dieser Transportanhänger nicht mit einem handelsüblichen Segelflugtransportanhänger zu vergleichen. Rainer Korff nennt ihn liebevoll die „Würstchenbude”, da er doch recht wuchtig und unförmig ist. Zudem ist er mit einem zulässigem Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen auch recht schwer, was die Auswahl des Transportfahrzeuges recht einschränkt (zugelassen sind nur der Chrysler Cherokee oder ein Land Rover).
Aber, dieser Hänger ist ein durchdachtes System und ein mobiler Flugzeughangar, in dem die Taifun trocken und sicher gelagert werden kann. Auch das im Vergleich zum normalen Betrieb etwas aufwändigere Auf- bzw. Abrüsten dauerte bei unserem Vorbesitzer knapp unter einer Stunde. Von daher ist der Transportanhänger eine ernstzunehmende Alternative.
Da Bilder immer mehr als Worte wiedergeben können, hier einige Impressionen vom Auf- und Abrüsten der Valentine in Verbindung mit dem Taifun Transportanhänger:
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Eine Valentine zieht in ihre Behausung ein!
Zunächst wird die Valentine zum Abrüsten schwanzwärts vor den Transportanhänger geschoben, bei dem bereits das Heck und die Seitentore aufgeklappt sind. Auch muß der Hänger zum Hineinschieben der Taifun pneumatisch abgesenkt werden. Der Propeller sollte hier bereits waagerrecht stehen, das Höhenruder muß ebenfalls abgebaut werden.
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Eine Valentine zieht in ihre Behausung ein!
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Die Höhenruderanschlüsse der Taifun 17 E und 17 EII
Hierbei ist anzumerken, dass die Valentin Taifun 17 E II leider nicht mehr über den komfortablen und leicht zu bedienenden automatischen Höhenruderzwangsanschluß der 17 E verfügt; das An- und Abbauen des Höhenruders ist bei der 17 E II somit leider etwas kniffliger und somit zeitaufwendiger, da hier eingefädelt, geschraubt und gesichert werden muß.
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Die Höhenruderanschlüsse der Taifun 17 E und 17 EII
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Eine Valentine zieht in ihre Behausung ein!
Um später das Fahrwerk einfahren zu können, muß bei der E II ein statischer Druckgeber auf das Staurohr aufgebaut werden, um eine „pneumatische” Geschwindigkeit von 60 bis 70 km/h zu simulieren, da sonst die Druckdose der Fahrwerkssteuerung nicht den elektrischen Kreis zum Einfahren des Fahrwerkes freigeben würde. Dieses effektive Hilfsmittel ist ja aus der Wartung der Valentin Taifun 17 E II hinreichend bekannt und leicht zu bedienen.
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Pumpe zur Simulierung der Fahrwerkseinzugsgeschwindigkeit
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Eine Valentine schwebt herein!
Dann kann mittels einer elektrisch betriebenen und durch Sonnenkraft gespeisten Zugwinde der komplette Flieger in den Hänger gezogen werden. Hier ist darauf zu achten, dass die Taifun genau auf dem Schlitten mit seinen Auflageflächen im Transportanhänger positioniert wird, um Schäden an der Struktur zu vermeiden. Ist die Valentine dann im Hänger für das Abbauen der Flächen eingestellt, kann der Transportanhänger wieder pneumatisch aufgebockt werden; die Taifun mit Ihren 17 Metern Tragflächen schwebt nun über der Erde.
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Eine Valentine schwebt herein!
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Eine Valentine schwebt herein!
Nun kann zunächst das Fahrwerk eingefahren werden, um dann das Flugzeug cirka einen weiteren Meter nach hinten in den Transportanhänger zu verbringen. Ist die Lagerposition des Rumpfes eingenommen, können die beiden Tragflächen abgebaut werden.
Grundsätzlich funktioniert das Abrüsten wie mit den Valentintypischen Kolimax Rüsthilfen der Taifun 17 E II. Jedoch wurden diese Hilfsmittel für die Hängernutzung im Eigenbau etwas modifiziert, da die Flächen ja noch in den Transportanhänger verbracht und gesichert werden sollen. Dies geschieht mittels zweier stabiler Krakarme am Hänger, in den die Tragflächen eingehängt werden, um auf die Lagerungsposition zu geschoben zu werden. Von daher mussten verstärkte Aufnahmen mit den notwendigen Auflageflächen gefertigt werden. Auch die Stütze bzw. der Flächenwagen zum Aufnehmen und späteren Drehen der Tragflächen musste angepasst werden.
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Eine Valentine schwebt herein!
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Das Werk ist vollbracht - gute Nacht Valentine!
Die Flächen und das Höhenruder können im Transportanhänger leicht verstaut und gesichert werden. Auch der Rumpf wird gut verzurrt, sodaß nicht nur die Lagerung sondern auch der Straßentransport der Valentin Taifun 17 E II gewährleistet ist. Das Fahren mit diesem Transportanhänger stellt zwar eine kleine Herausforderung dar, macht aber – wie alles was mit Valentinen zu tun hat – viel Spaß!

Copyright Text: Arne-Krister Turlach / Photos: Urte Turlach und Manfred Janosik
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