Taifun 17II
      Besucher Statistik:  Online 1 » Heute 1 »  Gestern 50 »  Woche 204 »  Monat 1223  » Jahr 5666 »  Gesamt 25260 /   Rekord: 210 (26.11.2015)   /  Kostenloser PHP Counter


10 Fragen an Henk Dumont

Interview von Leo LLama, Juni 2011

1. Seit wie viel Jahren bist Du der Fliegerei verbunden und wie verlief Deine fliegerische Karriere?


bild
bild
Taifun 17 E II Kennung D-KFDI von Henk Dumont, Baujahr 1989 mit der
Werknummer 1127; Motorisierung Limbach 2400 Liter 90Ps
stationiert auf Geilenkirchen NATO airbase (ETNG)

Also, meine ersten Flugstunden hatte ich am 13 Juni 1970 auf dem Segelflugzeug Schleicher Rhönlerche II (PH-234). Mit diesem Flugzeug habe ich auch meine ersten drei Alleinflüge gemacht. Nicht viel später im gleichen Jahr habe ich einige Alleinflüge auf einer Schleicher K-7 Rhönadler (PH-272), einer Schleicher K-8b (PH-362) und einer Slingsby T.30A Prefect (PH-193) gemacht, alles Segelflugzeuge in Holzbauweise. Das letzte ist übrigens immer noch in einem perfekten Zustand und kann im Dutch National Aviodrome Park in Lelystad besichtigt werden. In den folgenden Jahren habe ich Bergfalke II (OO-ZMI) auf dem belgischen Flugplatz in Zwartberg geflogen. Danach habe ich mit dem Fliegen aufgehört und angefangen zu segeln. Im April 2007 habe ich dann wieder Interesse am Fliegen bekommen; erst als Passagier in einer ASH-25, einer Stemme S10, einer DG-500MB und in einer Schempp-Hirth Nimbus 4DM. Daraufhin habe ich im Oktober 1999 meinen PPL-A gemacht.

2. Seit wann fliegst Du einen Taifun, wie bist Du auf ihn aufmerksam geworden?


bild
bild
1970, Henk in eine Schleicher K-7 Rhönadler (PH-272)

Ich habe meine Taifun Ende 1999 gekauft. Tatsächlich hatte ich vor eine Stemme zu kaufen, aber nach einem Flug auf der Dahlemer Binz, wo ich das erste Mal mit der Taifun 17E in Berührung kam (ich dachte zuerst es wäre ein Motorflugzeug), habe ich Nachforschungen über das Internet aufgenommen. So habe ich dann meine Taifun D-KFDI in Radolfzell am Bodensee gefunden.

3. Was waren Deine Gründe, Dich für einen Taifun zu entscheiden??


Einige Eigenschaften sprachen für den Kauf einer Taifun: Geschwindigkeit, Komfort, die Tatsache, daß sie zwei Sitze nebeneinander statt hintereinander hat, Qualität (vergleichbar Ferrari), ein hydraulisches Einziehfahrwerk, Wölbklappen und einen Verstellpropeller, um nur einige zu nennen. Sehr wichtig für mich war die Tatsache, daß die Taifun eine Gleitzahl von 1:30 besitzt, was einem bei Schwierigkeiten die Möglichkeit gibt, nach einem Landefeld zu suchen. In dieser Situation war ich bis jetzt zwei Mal. Nicht zuletzt ist die Taifun auch vergleichbar kostengünstig im Spritverbrauch. Alles in allem ein großartiger Motorsegler um zu reisen, was ich auch die Jahre über ausgenutzt habe.

4. Welche Sonderausstattungen, technischen Besonderheiten oder Sonderinstrumentierungen hat Deine Taifun und warum hast Du sie umgesetzt?


bild
bild
Instrumentenbrett der D-KFDI

Wie einige andere auch haben wir ein selbstgemachtes Instrumentenbrett und eine Mittelkonsole aus Mohagoni, ein Ameri-king ELT AK-450 (Emergency Location Trasmitter), das ich schon lange vor der gesetzlichen Vorschrift zum Einbau, installiert hatte, da ich oft über gebirgige Gegend oder Wasser geflogen bin. Desweiteren habe ich einen Mode S Transponder, da es ohne einen solchen in bestimmten Regionen Europas Luftraumbeschränkungen gibt. Auf langen Flügen in Europa bin ich froh, eine Anzeige für alle vier Zylinderkopftemperaturen zu haben. Um nach anderen Flugzeugen in einem Radius von ca. 5 NM zu suchen, habe ich einen ATF-200 Air Traffic Detector eingebaut.
Obwohl alles Technische im Inneren zu sehen ist, fällt den meisten (Piloten und Nichtpiloten) das "Diamond Air" Airbrush am Seitenleitwerk auf.

5. Gibt es Dinge, die mit dem Taifun grundsätzliche Probleme bereiten bzw. was sollte weiter verbessert werden?

Nichts. Ich habe alles, was ich brauche.

6. Gibt es Dinge, die mit dem Taifun grundsätzliche Probleme bereiten bzw. was sollte weiter verbessert werden?

Der wichtigste Punkt bei einer Taifun ist das Verhalten der Tragflächen bei Regen. Regentropfen auf der Tragfläche verringern die Auftriebskraft und sorgen dafür, daß man die Geschwindigkeit deutlich erhöhen muß, um die Höhe zu halten. Man benötigt auch eine wesentlich längere Startstrecke, um in die Luft zu kommen. Leider kann man gegen dieses Problem wenig tun, außer die Tragflächen vor dem Start abzuledern.

7. Welche Erfahrungen hast Du bei der Wartung Deines Taifun gemacht, die auch für andere Piloten wichtig sind?

In der Winterzeit, wenn die Taifun längere Zeit ungenutzt im Hanger steht, muß man aufpassen, daß keine Marder und andere Nagetiere am Fahrwerk hoch in den Flieger klettern und Schläuche oder Kabel beschädigen. Mehr darüber ist im Artikel "Is that gasoline I smell? " auf der Homepage zu erfahren.

8. Was sind Deine bevorzugten Flugziele, die Du auch anderen Piloten empfehlen kannst?

Oh, es wäre zu viel alle aufzuzählen. Aber wenn ich drei wählen müsste, würde ich Helgoland, die französische Westküste und die Kanalinseln nehmen. Es hängt davon ab, wie viel man bereit ist während der Reise auszugeben. Unter "Trips" kann man einiges über die Orte lesen, die von mehreren Taifuns angeflogen wurden.

9. Was möchtest Du in der nächsten Zeit noch auf der Taifunwebsite verbessern?

Um ehrlich zu sein: Mir gefällt es, wie es ist. Das ist erstaunlich, da unser Webmaster in keinster Weise mit der Luftfahrt verbunden ist und trotzdem eine reichhaltige Webseite über den Motorsegler Valentin Taifun geschaffen hat.

10. Was sollten wir tun, um den Zusammenhalt in der „Taifungemeinde“ weiter zu vertiefen?


bild
bild
Henk und sein Baby. Zwei Gewinner die sich sehr ähnlich sind ;-)

Ich wäre wirklich erfreut über Beiträge von einer größeren Gruppe von Piloten. Im Moment schreiben nur eine Handvoll der immer gleichen Piloten Artikel, die aber von sehr vielen Taifunpiloten gelesen werden. Es muß ja kein langer Text sein; auch ein kurzer Artikel z.B. über den letzten Flug nach Borkum kann für uns alle lesenswert sein. Manchmal bin ich etwas niedergeschlagen, wenn mir Leute versprechen etwas über ihre Erfahrungen zu schreiben und nach zwei oder drei Monaten ist immer noch nichts im Postfach. Ich bin mir sicher, daß ohne diese Homepage unsere Gemeinschaft bei weitem nicht so eng wäre, wie sie im Moment ist. Ich sage gerne: " Lasst uns die Dinge teilen, die uns Freude bereiten!"