Taifun 17II
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Fliegen und funken in Frankreich (Update 2006)

Text: Patrick Faucheron,

Oft ist zu hören, dass französische Luftkontrolleure kein oder schlecht Englisch sprechen. Das ist ein Märchen. Manche können sogar Deutsch und antworten unaufgefordert in Deutsch. Auf Flugplätzen mit besetzter Flugleitung (Tower oder AFIS) kann man sicher sein, dass der Funkverkehr reibungslos in Englisch abgewickelt wird. Deutsche Piloten, die in Frankreich unterwegs sind und keinerlei Englischkenntnisse haben, sollten diese Plätze im eigenen Interesse meiden!
Wenn der Tower eines Flugplatzes nicht antwortet, ist es nicht weiter schlimm. Entweder ist der Controller oder der AFISEUR zum Mittagessen nach Hause gegangen, oder er hat schon Feierabend. In diesem Falle ist der Platz eben unkontrolliert, und man landet nach dem Prinzip der Autoinformation, wie es unten beschrieben wird. Betriebszeiten wie in Deutschland gibt es in Frankreich nicht. Schließlich ist die Landebahn noch da, auch nachts, wenn der Platz über eine Funkeinschaltung der Befeuerung verfügt.
Unkontrollierte Plätze haben meistens keinen Flugleiter, durchaus auch Plätze mit intensivem Platzrundenverkehr. Im Anflugblatt (z.B. Jeppesen) steht neben der Platzfrequenz der Vermerk „Air-Air“ (Luft-Luft) oder „Auto Information“. Wenn keine Platzfrequenz angegeben ist, dann ist es immer die 123,50. Die Bitte um Landeinfos wird meistens unbeantwortet bleiben, auch wenn Maschinen in der Platzrunde sind!
Auf Plätzen mit der Club Frequenz 123,50 ist es notwendig, den Namen des Platzes mit jedem Spruch zu nennen, da andere Plätze im Hörbereich auf derselben Frequenz „arbeiten“.
Empfohlenes Verfahren beim Anflug auf einen unkontrollierten Platz:
- Funkverkehr abhören. Piloten im Platzbereich senden blind, geben ihre Absicht oder ihre Position bekannt, und vor allen Dingen halten sie sich an die Platzrundenregelung. Da es keine „Pseudokontrolle“ gibt (wie in Deutschland etwa), hält man sich in Frankreich an dieses Verfahren ziemlich genau!
Hier die übliche Phraseologie in der Platzrunde:

F-RH en vent arrière pour la quinze (15)
F-RH étape de base pour la quinze
F-RH dernier virage pour la quinze
F-RH en finale pour la quinze
F-RH piste dégagée
F-RH im Gegenanflug 15
F-RH im Queranflug 15
F-RH letzte Kurve / drehe ins Endteil
F-RH Endteil
F-RH habe Piste verlassen.
Oft ist zu hören
F-RH en finale pour un complet F-RH im Endteil für eine Endlandung

Die Begriffe in Schwarz sollte jeder lernen.
Ganz klar, die Zahlen in französisch sollte man auch kennen! Die Franzosen buchstabieren übrigens die Zahlen nicht, sondern sprechen sie ganz normal aus. Sie sagen „la trente cinq“ (35) und nicht die „trois-cinq“. Die Zahl 1 wird „unité“ und nicht „un“ gesprochen.
Vor dem Erreichen des Platzes kann man also schon in Erfahrung bringen, welche Bahn in Betrieb ist. Bei Plätzen mit der oft benutzen 123,5 sollte man sicherstellen, dass man den richtigen Platz hört! Sollte es nicht klar sein, dann den Verkehr beobachten und sich entsprechend einreihen, aber wie? Kurz vor Erreichen der Platzrunde sollte man sich wie folgt ankündigen:
D-RH un Motoplaneur RF5 (cinq) à 5 (cinq) minutes à l´Ouest/ à l´Est / au Nord / au Sud de vos installations pour atterrissage. D-RH eine RF5, 5 Minuten im Westen / Osten / Norden / Süden Ihres Platzes zur Landung.
Von weitem sollte man sich schräg in den Gegenanflug einreihen. Ist niemand in der Luft, sollte man die Bahn in der Mitte quer in ca. 1.000 Fuß überfliegen und nach dem Windsack selbst entscheiden, welche Landerichtung man nehmen will. Oft steht im Anflugblatt „bei Windstärke unter 4 kts Bahn X oder Y nehmen.(QFU préférentiel).
Beim Überfliegen der Bahn gibt man folgenden Spruch ab:
D-RH vertical terrain à mille pieds (1000“) pour intégration vent arrière main gauche pour la trente cinq (35). D-RH überquere die Bahn in 1000“ zum Einfädeln in den Gegenanflug linke Hand für die 3-5.


Diese Prozedur ist üblich. Durch den Überflug wissen die Leute am Boden, dass die Maschine hier landen wird. Außerdem kann der Pilot prüfen, ob auf der Bahn alles in Ordnung ist! Dann die üblichen Positionsmeldungen in der Platzrunde wie oben beschrieben absetzen. Andere übliche Funksprüche auf unkontrollierten Plätzen:
D-RH pour roulage pour la trente cinq
D-RH au point d´arrêt 35 pour décollage immédiat
D-RH au point d´arrêt 35 , je maintiens position
D-RH en courte finale, pour un touché
D-RH rolle zur 35.
D-RH am Rollhalteort 35 für Sofortstart
D-RH am Rollhalteort 35, halte Position
D-RH im kurzen Endteil, für ein Touch and Go

Wenn ein deutscher Pilot diese Funksprüche kennt (und die Zahlen!) dürfte er kein Problem haben! Im Zweifelsfall Positionsmeldung in Englisch oder in Deutsch abgeben, aber nicht lautlos und blind anfliegen! Andere Funksprüche, unüblich für deutsche Piloten:
Fox Echo 1015“ = gemeint ist das QFE und wird nur mit „Fox Echo“ genannt. Auf kontrollierten Plätzen wird neben dem QNH immer das „Fox Echo“ mitgeliefert. „QNH“ französisch gesprochen, lautet „Kü - N – Asch“,
„QFU 35“ QFU ist die Landebahn in Betrieb (Runway in use 35)
Weitere Besonderheiten in Frankreich:
1) ICAO Karten: 1/500.000 : Achtung ! gehen nur bis 5000 Fuß, höher nicht !!! Aus diesem Grund haben beschränkte Lufträume LF-R oft keine Obergrenze ! Vorsicht also bei Flügen oberhalb von 5000 Ft mit der OCAI Karte. Vielleicht fliegt man gerade durch einem beschränkten Luftraum und keiner weiß es!
2) Beschränkte Lufträume: Frankreich ist voll von „Lima Fox Romeos“, beschränkte Lufträume, und diese sind zum Teil sehr unübersichtlich. Am Wochenende ruht der Militärbetrieb, und diese LF-R’s sind in der Regel nicht aktiv. Trotzdem muss man sich vorher schlau machen. Dafür existiert ein unübersichtliches Büchlein. Falls die FIS besetzt ist, kann sie die Informationen einholen. Sie braucht manchmal so viel Zeit, dass, wenn die Info kommt, der Luftraum weit hinter einem liegt! Unter der Woche sind viele LF-R’s aktiv. Militärflugzeuge brauchen übrigens auch Freigaben für eigene Lufträume! Ernst zu nehmen sind die Tiefflugkorridore, wo Blindflüge im Überschallbereich stattfinden. Es wird sowieso empfohlen nicht unter 1500 Ft zu fliegen! Um sicher zu sein, ist es dringend zu empfehlen, den nächsten Militärplatz, wo die LF-R’s sich verdichten, anzurufen und sich eine Freigabe geben zu lassen. Wenn man einen Transponder hat, klappt es in der Regel problemlos. In Ostfrankreich sollte man unbedingt Phalsbourg (bei Sarrebourg), Metz, Nancy, St Diziers, Luxeuil oder Dijon kontaktieren und im Rhônetal Orange. Militärlotsen können allerdings nicht immer gut Englisch. Wenn am Wochenende eine automatische Ansage zu hören ist – zum Teil nicht zu verstehen – kann man davon ausgehen, dass die Zone frei ist. Vorsichtshalber blind senden und Durchflugabsicht angeben.
3) ZIT: seit 2004 gibt es um die Kernkraftwerke und besondere Industrieanlagen ( Ölrafinerien etc.) Sperrflugzonen „ZIT“ genannt! (Zone Interdite Temporaire). Diese ZIT sind seit 2005 in den ICAO Karten. Sehr störend sind sie östlich von Lyon und im Rhonetal. Unbedingt darauf achten !
4) Club Landeplätze: Viele der kleineren Landeplätze sind nur für den beheimateten Aeroclub oder die der Umgebung zugelassen. Dies ist aus der ICAO Karte nicht ersichtlich, steht aber in den VAC - Jeppesen. Wenn ein Gastflugzeug landet, wird keiner etwas sagen, im Gegenteil, man wird sich freuen. Aber sollte der kleinste Zwischenfall passieren, kann die Polizei sehr schnell da sein, und wenn keine Landegenehmigung vorliegt, kann es Ärger geben! Schwierigkeiten mit der Versicherung können auch die Folge sein. Man muss es nur wissen!
5) TRW: Wenn im Anflugblatt „Tower“ vor der Platz-Frequenz steht, bedeutet es, dass der Platz kontrolliert ist, auch wenn keine CTR / Kontrollzone in der Karte zu erkennen ist. Das bedeutet auch, dass IFR-Anflüge stattfinden und dass der Tower-Mensch weisungsberechtigt ist. Colmar ist ein typisches Beispiel dafür.
6) Lufträume: In Frankreich kennt man nur die kontrollierte Lufträume E und D. Kontrollzone /CTR sind Delta-lufträume. In E Lufräume braucht man eine „Special VFR“ Freigabe wenn die Sicht weniger als 5 Km beträgt.
Unterhalb von 3000 Ft QNH bzw. 1000 Ft über Grund , spricht man vom „S“. = „ Surface“.
Ab 3000 Ft QNH fliegt man in Frankreich grundsätzlich nach den Halbkreisregeln! Von 001°-180 ° = Ungerade FL + 500 und von 181° – 360° = Gerade FL + 500
VFR Transponder Sqwalk ist 7000.
7) Flugplan: Achtung, sobald man mit einer Info, TMA oder SIV Frequenz Funkkontakt aufnimmt, entsteht automatisch ein „Flugplan“, auch wenn davon keine Rede ist! Es ist dann nicht ratsam diese Frequenz zu verlassen, ohne sich offiziell abzumelden! Macht man das, dauert es nicht lange bis einer als vermisst erklärt wird. Die Suchprozedur wird dann gestartet, als ob der Pilot einen „richtigen“ Flugplan vor dem Flug bei der AIS abgegeben hätte!
8) Schengenflüge: Nach wie vor gilt die Einschränkung: Frankreich Ein /Ausflug mit Flugplan!
Alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr!
Patrick Faucheron, im März 2001 / Update Feb. 2006

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